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Wespenbeseitigung - (K)ein Fall für die Feuerwehr

Wespenbeseitigung - (K)ein Fall für die Feuerwehr

Zwischen Mai und September melden sich bei der Feuerwehr viele besorgte Bürger, die sich durch Wespen gestört oder bedroht fühlen. Besonders Menschen, die keinen Bezug zur Natur mehr haben, denken dann häufig an die Feuerwehr, die das Nest beseitigen soll.

Wenn ein Wespennest entdeckt wird, gehen viele Menschen davon aus, dass es sofort entfernt werden muss, als sei das ein Gesetz. Dem ist nicht so, unsere Gesellschaft und auch unser Gesetz gehen zunächst einmal davon aus, dass ein Wespennest dort bleiben darf, wo es ist. Die Wespe und ihr Leben sind sogar durch unser Grundgesetz geschützt, seit im Jahre 2002 der Tierschutz als Staatsziel in Artikel 20a Grundgesetz verankert worden ist.

Demgemäß verbieten unsere Naturschutzgesetze die Beeinträchtigung oder Zerstörung von Wespennestern, es sei denn, es ist ein vernünftiger Grund für eine solche Beeinträchtigung gegeben. Ein vernünftiger Grund ist NICHT schon gegeben, wenn ein Wespennest stört oder Jemanden Angst macht, sondern er muss objektiv gegeben sein.


Wespennest von Feuerwehr entfernen lassen?

An diese Wertungen ist auch die Feuerwehr gebunden. Sie ist auch nicht dazu da, jede Störung zu beseitigen, die ein Bürger wahrzunehmen meint, dann würde unser Gemeinwesen bald nicht mehr funktionieren. Die Feuerwehr leistet Hilfe bei Unglücksfällen und bei sonstigen Notfällen, soweit die Hilfeleistung im öffentlichen Interesse liegt.

Auch wenn in der wärmeren Jahreszeit bei unserer Feuerwehr viele Anrufe eingehen, in denen Bürger Hilfe aufgrund der vermeintlichen Bedrohung durch ein Wespennest erfragen, wird die Feuerwehr nur in sehr seltenen Fällen tätig werden. Dazu müssten folgende drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Wespennest müsste eine konkrete Gefahr im Verzug bzw. einen Notfall darstellen. Eine Gefahr wird nur angenommen, wenn z.B. kleine Kinder beteiligt sind, die noch nicht zum Umgang mit Wespen erzogen werden können oder wenn sich die Wespen bereits in der Wohnung befinden. Eine Gefahr ist z. B. auch bei bewegungseingeschränkten Kranken oder Allergikern gegeben. (die allerdings sehr selten sind).
  • Der Betroffene kann nicht oder nicht in der notwendigen Schnelligkeit die Beseitigung durch eine gewerbliche Schädlingsbekämpfungsfirma beauftragen. Auch das wird in den seltensten Fällen eintreten, zahlreiche Schädlingsbekämpfungsfirmen unterhalten einen 24-Stunden-Notdienst, die Telefonnummern gibt es im Internet oder im Branchenbuch. Zu diesen gewerblichen Anbietern darf und will die Feuerwehr nicht in Konkurrenz treten.
  • Auch eine Selbsthilfe des Betroffenen ist nicht möglich. Dabei geht es nicht um Selbsthilfe durch Beseitigung des Wespennests, die wegen der Eigengefährdung unterlassen werden sollte. Sondern es liegt auch dann kein öffentliches Interesse mehr vor, wenn die vom Wespennest ausgehende Gefahr bis zum Eintreffen eines Schädlingsbekämpfers durch Ausweichen oder Absperrmaßnahmen im Zaum gehalten werden kann. Und das ist in den meisten Fällen möglich.


Im Normalfall ist deshalb ein Feuerwehreinsatz im Zusammenhang mit einem Wespennest nur dann denkbar, wenn eine konkrete Gefahr vorliegt oder wenn jemand sich bei seinen eigenen Beseitigungsversuchen so erheblich selbst gefährdet hätte, dass die Feuerwehr kommen muss.


Desweiteren ist ein Feuerwehreinsatz mit Wespen NICHT kostenlos, sondern wird von der Gemeinde verrechnet. Siehe „Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen der gemeindlichen Feuerwehren“ auf der Homepage der Gemeinde Berngau.


Wespen- und Hornissennester sind immer einjährig. Die Jungköniginnen suchen sich außerhalb des Nestes einen geschützten Überwinterungsplatz. Das Volk stirbt im Herbst nach den ersten leichten Frostnächten. Die verlassenen Nester können dann im Winter gefahrlos beseitigt werden. Natürlich sollte dann auch der Einflugbereich verschlossen werden, damit im darauf folgenden Jahr kein anderes Wespenvolk einzieht.

Ihre Feuerwehr Berngau